Wenn man Zeit zum Lesen hat…

Leider gab es am Montag, 30.03.2020 keine Leserude wie geplant. Und das gerade jetzt, wenn man Zeit zum Lesen hat…

Unsere Büchertipps für die „Home-Zeit“ – die sicher noch länger andauert. Alle Bücher sind bei Bücher Schwalbe durch den Online Shop oder durch den Lieferservice erhältlich.

1. „Tagebuch meins Verschwindens“ von Camilla Grebe. Ein Psychothriller. Eigentlich ist ein Ermittlerteam auf der Suche nach dem Mörder eines Kindes, ein Mord, der vor vielen Jahren passiert ist. An der gleichen Stelle im Wald wird nun eine neue Leiche gefunden. Ein Ermittler ist verschwunden, die Partnerin leidet an Gedächtnisverlust… Sehr spannend und fesselnd.

2. „Wanka würde Wodka kaufen“ von Jule Kaspar. Eine russische Artistin steht im Zeugenschutzprogramm, weil sie etwas beobachtet hat. Sie wird nach Deutschland gebracht, erhält eine neue Identität, einen halb polnischen, halb deutschen Ehemann mit zwei jugendlichen Kindern und soll als Mitarbeiterin in einer Sauna arbeiten. Heiter, stellt den Deutschen und ihren typischen Eigenschaften auch einen Spiegel vor und auch ein bisschen spannend, wie sich die Sache entwickelt, bisschen Liebe ist auch dabei…

3. „Der Zopf“ von Laetitia Colombani. Nicht so ganz leichte Kost. Drei Frauen, drei Lebenswege. Am Ende kommt quasi ein geflochtener Beziehungszopf raus – ohne dass die Frauen sich kennen. Smita aus Indien, unterste Kaste, ohne jegliche Rechte, macht sich für ihre Tochter stark. Giulia, Italien, Tochter eines Perückenherstellers muss plötzlich die Firma übernehmen, mit allen Problemen. Sarah, Anwältin, Montreal wird krank und will es nciht wahrhaben.

4. „Aber Töchter sind wir für immer“ von Christiane Wünsche. Drei Schwestern treffen zum Geburtstag des Vaters nach vielen Jahren im Elternhaus zusammen. Sie sind alle sehr verschieden und es gibt ein Geheimnis um eine jung verstorbene Schwester. Die Eltern sind seinerzeit aus dem heutigen Polen vertrieben worden, die Mutter hat es immer noch nicht verwunden. Im Elternhaus ist über vieles in vielen Jahren geschwiegen worden, jetzt ist die Zeit für Offenbarung gekommen.

5. „Schäfchen im Trockenen“ von Anke Stelling. Etwas speziell, gesellschaftskritisch. Die Autorin erzählt in Ich-Form. Man muss erst sehen, dass man mit der Schreibweise klar kommt. Es ist sehr ehrlich und offen geschrieben und ich habe manches Mal gedacht, die spinnt, steht nich in der Realität. Man muss sich nur klarmachen, sie hat eine andere Welt und ist entschlossen, ihre Sache durchzuziehen, mit allen Schwierigkeiten. Ausgezeichnet auf der Leipziger Buchmesse 2019.

6. „Die Geschichte einer Entführung“ von Johann Scheerer. Das ist die Geschichte der Reemtsma-Entführung 1996 aus der Sicht des dreizehnjährigen Sohnes. Zitat aus dem Einband: „Spannend, berührend und von einer überraschenden Komik, die der Verzweiflung abgetrotzt ist.“ Eine ganz andere Sicht um ein Drama, Fehlverhalten und Naivität der Polizei und die Schwierigkeit, als Familie trotzdem nicht die Hoffnung aufzugeben.

7. „Kleine Feuer überall“ vn Celeste Ng. Spielt in den USA in den 80iger Jahren, startet damit, dass die Familie vor dem brennenden Haus steht. Im Buch werden dann rückblickend die Ereignisse erzählt. Die Familie lebt in einer Bilderbuchsiedlung in den „Shaker Hights“, alles ist picobello, organisiert und geregelt. Bis zu dem Tag, als die Mutter Elena eine alleinerziehende Künstlerin in ihrer Mietwohnung aufnimmt, um ein gutes Werk zu tun. „kleine Feuer“ handelt nicht nur von den echten Feuern, sondern von den vielen kleinen Geheimnissen, die da jeder so unter seinem Deckmantel verbirgt und schließlich entfachen. Spannend, auch in recht humorvoll, weil die eben einfach zu perfekt und geregelt sein wollen.

8. „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“ von Rachel Joyce (Atuorin von „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry).Ein Plattenhändler kann erkennen, welche Musik jemand braucht, um glücklich zu sein. Das reicht allerdings nicht, um damit reich zu werden bzw. davon leben zu können. Zumal Platten auch nicht mehr gefragt sind (spielt in den 80igern in den USA). Bis eine Frau eines Tages auftaucht, in die er sich verliebt, es aber nicht wahrhaben will. Man erfährt einiges über die Menschen in seiner Nachbarschaft, die alle am sozialen Abgrund leben und eine „sterbende“ Straße, die von Immobilienhaien kaputt geredet wird.

Der nächste reguläre Termin steht schon, am 22.06.2020, dann am evangelischen Gemeindehaus, die „Sommerrunde“. Gerne schon vormerken.